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06.11.08
Bericht von Fritz
TURIA … TURIA … TURIA …
… So begann eine der täglichen Morgenrunden und gerade die Aufmunterungsprogramme auf der Wiese im Kreis sind bis heute in meinem Gedächtnis geblieben. So wie viele andere Eindrücke, die wir alle während dieser zwei Wochen sammeln durften, als wir im schönen Rumänien, im kleinen Dorf Turia eine Wiese bezogen. Ich erinnere mich noch genau an das Gefühl, als wir mit den Bussen ankamen und zunächst erst einmal jeder mit seinem Rucksack auf der Wiese saß. Ich konnte mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorstellen, wie das Leben in den nächsten Tagen hier aussehen würde. Doch dann begann der rasante Aufbau eines Dorfes, das für diese zwei Wochen jedem eine Heimat bot.
Man kroch früh morgens aus dem Zelt und durchstreifte bekannte Bilder – auf dem schmalen Pfad zum Zähneputzen an die Quelle, über den Platz zum Morgenkreis oder den gemeinsamen Mahlzeiten, usw. Diese Wiese und diese Zeit dann nicht mehr nur mit Jugendlichen, mit denen man immerhin schon zusammen angereist war, sondern mit Jugendlichen aus Rumänien, deren Geschichte man nur grob vom Erzählen kannte, zu teilen, machte Turia für mich zum absoluten Beweis dafür, dass die Menschen untereinander in sehr kurzer Zeit eine Gemeinschaft aufbauen können, wie ich es mir nicht erdacht hätte.
Die Gespräche zum Kennenlernen in Gruppen boten ein Gefühl für das Denken der Rumänen und Rumäninnen, und auch abends am Lagerfeuer oder bei den Ausflügen konnte man spüren, was dieser Urlaub für sie bedeutete. Die Zufriedenheit der Jugendlichen und dann die Tränen in ihren Augen am Bunten Abend, sowie das bis in die Nacht hinein andauernde Liedersingen an diesem letzten Abend, das alles machte mir erst klar, welcher Abschnitt hier zu Ende ging.
Es wurde so schnell ein gemeinsames Ganzes aufgebaut, – dies wurde mir immer am klarsten, wenn man schnell und unkompliziert mit allen ins Gespräch kam, als kenne man sich schon Ewigkeiten – dass man gar nicht wirklich mitbekam, was eigentlich die Ursache dafür war. Und ich denke, der Grund dafür, dass es eine so intensive Zeit mit langen Gesprächen, kritischen, guten Seminaren, lustigen und gemeinschaftlichen Angeboten und Ausflügen war, ist der, dass wir alle uns für zwei Wochen darauf geeinigt haben, zusammen die Zeit zu verbringen und ohne Handy und Fernseher, mit eben nur dem, was zum Leben nötig ist, wahres Erleben des Lebens zwischen den Menschen möglich zu machen.
Ich erinnere mich noch daran, wie ich mit ein paar deutschen und ein paar rumänischen Jugendliche bei einem Ausflug darauf wartete, dass es endlich weitergehen würde. Und das einzige, was wir da taten, war uns ununterbrochen anzulachen, uns ein wenig zu ärgern und immer wieder gegenseitig unsere Namen zu wiederholen. Diese banale Angelegenheit hat mir gezeigt, wie einfach es doch ist, sich grundsätzlich erst einmal zu verstehen, sich nicht auszugrenzen, sich näher zu kommen, man wurde akzeptiert und konnte einem jeden diese Akzeptanz zurückgeben. Diese Erfahrung macht das Zeltlager einmalig.
Von Fritz Schollmeyer
Veröffentlicht am 06.11.08 07:07




