« Bericht von Fritz | Startseite | Bericht von Berit »
06.11.08
Bericht von Feli
Turia – schaue ich auf eine rumänischen Landkarte finde ich unter dieser Bezeichnung einen winzigen Punkt, der auf einer als Straße gekennzeichneten Linie mitten in den Karpaten liegt. Dieser winzige Punkt bekommt aber eine viel größere und wertvollere Bedeutung, wenn man weiß, was dahinter steckt. Schon seit vielen Jahren findet dort im Sommer eine Begegnung der besonderen Art statt: eine Begegnung von deutschen und ungarisch-rumänischen Jugendlichen. Auf einer Wiese gleich neben einem Bach bauen sie gemeinsam ein Camp auf: Zelte, Wasch- und Kochplätze, Volleyball- und Fußballfelder, Toiletten...
Ich war schon letztes Jahr im Camp dabei und es hat mich dieses Jahr wieder tief beeindruckt. Turia ist ein wunderschöner Ort. Wunderschön nicht nur durch seine atemberaubende Natur (die uns zeitweise wirklich den Atem rauben konnte, wenn man an den Bären denkt, der unserem Camp doch recht nahe kam) sondern auch durch die Tatsache, dass man hier Menschen auf ganz andere Art und Weise kennen und verstehen lernte. Alles was wir gemeinsam unternommen haben, Essen, Sport, Ausflüge, Wanderungen, hat uns geprägt und miteinander verbunden. Ich habe Freunde gefunden und konnte vergessen, dass ich in der Vergangenheit von vielen Menschen abgelehnt wurden bin. Im Camp konnte ich das erste mal spüren, wie viel mir menschliche Nähe wirklich bedeutete und wie lange sie mir gefehlt hat. Jeder wird seine Erfahrungen gemacht haben, sei es beim Morgenkreis oder am allabendlichen Lagerfeuer.
Vielleicht fiel es mir deshalb so schwer, Abschied von all dem zu nehmen, zumal ich nicht den Mut hatte zu weinen. Aber ich habe gelernt, dass man sich für diese Tränen nicht zu schämen braucht, weil sie gleichzeitig ein Ausdruck des Glückes sind, das wir dort erleben durften.
Von Feli
Veröffentlicht am 06.11.08 07:18




