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05.09.06

Reisebericht von Philipp Hering

Philipp Hering„Eine persönliche Herausforderung war es, eine Nacht bei Hirten zu verbringen. Menschen die von Frühjahr bis Herbst mit ihren Tieren in der wilden Natur leben und dabei glücklich sind. Ein einfaches Leben ohne viel Schnickschnack, zwar mit Problemen, aber meiner Meinung nach intensiver. “

Turia 06

Vom Camp habe ich durch Zufall aus der Sächsischen Zeitung erfahren. In dem Artikel stand auch die Internetadresse vom letzten Camp. Ich schaute mir diese gleich an und nach einigen Tagen Überlegung, meldete ich mich an. Ich hatte keine Erwartungen, da ich mir unter einen internationalen Jugendcamp auf einer Wiese im tiefsten Rumänien nichts vorstellen konnte. Also ging ich völlig offen und ohne Vorurteile in das Camp hinein.

Schon auf der Fahrt durch Rumänien, hat mich die Landschaft in ihren Bann gezogen. Auch die Kutschen, die altertümlichen Fahrzeuge, die Kühe an und auf den Straßen waren ein ganz besonderes Erlebnis. Den ersten richtigen Kontakt mit den Bewohnern des Landes gab es erst im Camp mit den ungarischen beziehungsweise rumänischen Jugendlichen. Durch den gemeinsamen Aufbau des Lagers fielen die Barrikaden und man kam sich näher. Besonders hat mich die gegenseitige Hilfe in täglichen Campleben begeistert.

Beeindruckt haben mich auch die unterschiedlichen Seminare zu interessanten Themen wie zum Beispiel „Geschichte Rumäniens“,“ Nationalsozialismus in Europa“ oder „ Europa in der Zukunft“. Speziell fand ich den Vortrag über Zigeuner sehr interrasant. Er hat mir ein ganz anderes Bild von Zigeunern vermittelt und beschäftigte mich auch nach dem Seminar weiter. Ich fand die Seminare waren zwar schlicht in ihrer Vortragsweise aber stark in ihrer Ausdrucksweise und nicht zu vergessen sehr informativ .

Eine persönliche Herausforderung war es, eine Nacht bei Hirten zu verbringen. Menschen die von Frühjahr bis Herbst mit ihren Tieren in der wilden Natur leben und dabei glücklich sind. Ein einfaches Leben ohne viel Schnickschnack, zwar mit Problemen, aber meiner Meinung nach intensiver. Bevor unsere Gruppe sich auf den Weg zu den Hirten machte, packten wir kleine Geschenke wie Brot, Obst, etwas Fleisch und Fisch für unsere Gastgeber ein. Aber am schlimmsten war die Ungewissheit was die nächsten 24 Stunden uns bringen. Aber diese Skepsis löste sich sehr schnell auf. Die Hirtenfamilien waren so gastfreundlich, dass man dies gar nicht in Worte fassen kann. Wir durften mit melken, Wasser holen, Käse machen, Holz hacken und viele andere Dinge tun, die für uns selbstverständlich sind.

Am Abend wurde dann musiziert mit einer Gitarre, einer Klarinette und viel Stimmenvolumen. Die Hirten fanden es auch toll, bis die Tochter das Radio aus einer Kammer holte und einen Technosender einstellte. Und so ertonte irgendwo in Rumänien, auf einen Berg der umgeben von Wäldern und Bären ist, laute 90ziger Jahre Musik.

Dieses Erlebnis war für mich etwas ganz besonderes worauf ich stolz bin. Das Camp hat mir soviel gegeben und hoffe ich konnte den Camp auch etwas zurückgeben. Ich freue mich schon auf das nächste Jahr.

von Philipp Hering

Veröffentlicht am 05.09.06 18:12