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03.09.06

Reisebericht von Markus Wagner

Markus Wagner„Essen einmal ganz anders zubereitet, viele Getränke, Schafe melken, die Hütte, in welcher wir schliefen, aßen, in der unser Essen gemacht wurde und in der sich das ganze Sommerleben der Hirten abspielt, ein Bärenangriff in der Nacht und zu dritt nebeneinander schlafen auf gefühlter Breite von einem Meter.“

Rumänien Camp 2006

Die ersten zwei Wochen der Sommerferien werden wohl noch sehr sehr lange in meinem Gedächtnis bleiben. Ein riesen Abendheuer hab Ihr, die Organisatoren vom Camp und alle Beteiligten, mich erleben lassen. Rüdiger „Der Chef Ricsi“ erwähnte in seinem „Werbebesuch“ für den Sozialen Tag nur kurz nebenbei, dass es da so ein Camp im Sommer geben würde. Für näheres dazu war dieser Besuch ja leider nicht geplant, aber ich wurde sofort hellhörig. Einigen kleine Nachfragen an ihn persönlich, Absprache mit Mami, Internet, Anmeldeformular ausgedruckt und alles war gebucht. Ich wollte einmal richtig ohne jeden „Luxus“ leben, erfahren wie das Waschen ohne „megaschäumendes“ Duschbad unter warmem Wasser aus der Wand ist und einfach Natur pur genießen. Dass die Bekanntschaft mit den romänischen Leuten so außergewöhnlich werden würde, ahnte ich keineswegs. Später mehr darüber.

Schon auf der Hinfahrt bekam man einen Eindruck von der lässig, lockeren Stimmung. Alle kamen so langsam ins Gespräch und es kam auf keinen Fall das Gefühl des Alleinseins ans Tageslicht. Angekommen im Camp, oder besser auf der Wiese ging es dann richtig los. Alles musste selbst errichtet werden, was mir gleich richtig Spaß gemacht hat. In den einzelnen Gruppen lernte man so schnell mehr Leute näher kennen. Der Kontakt mit den ungarischen Jugendlichen dauerte bei mir etwas länger, doch dann war es umso eindrucksvoller. Das Wörterbuch ging von Hand zu Hand (mittlerweile besitze ich selbst eins, um die ungarischen Briefe zu übersetzen), in Deutsch, Englisch und Französisch wurden ebenfalls Dinge verständlich gemacht. Es dauerte teilweise sehr lange bis man einen Satz mittleren Schwierigkeitsgrades verstand oder zu verstehen gebracht hatte, aber das hat eine ganz besondere Stimmung gezaubert. Noch interessanter wurde es für mich, als man langsam etwas von den nicht deutschen Gesprächspartnern erfuhr, was wir uns so überhaupt nicht vorstellen können. Fragen und Antworten schienen nach einer Weile nahezu zu sprudeln und doch ging es nicht schneller. Diese Art der Kommunikation bei der natürlich Mimik und Gestik eine wichtige Rolle spielten war eines der schönsten und eindrucksvollsten Erlebnisse dieser Zeit.

Auch für die Bildung wurde vom Organisationsteam und anderen gesorgt. Besonders beeindruckt hat mich der Vortrag zu Ceausescu, in welchem man die Ursachen für so mache Dinge erfuhr. Eine kleine Gesprächsrunde von Interessierten anschließend klärte dann einige Fragen die man sich in der großen Menge nicht traute zu stellen und die Konversation wurde intensiver.

Ganz besonders aufregend war mein Aufenthalt mit vier Begleitungen bei den Hirten. Die ersten Ängste machten sich schon auf dem Weg den Berg hinauf breit. Wie werden uns wohl die Hunde begrüßen“ Doch ein lautes „Jo Napott“ ließ unsere spätere Wirtin merken, dass wir gleich da sind. Von der Ankunft mit teils gemischten Gefühlen bis zum traurigen Abschied, wurden wir blenden versorgt. Essen einmal ganz anders zubereitet (das Campessen war ja schon nicht wie zu Hause, was nicht heißen soll, dass es nicht lecker war!), viele Getränke, Schafe melken, die Hütte, in welcher wir schliefen, aßen, in der unser Essen gemacht wurde und in der sich das ganze Sommerleben der Hirten abspielt, ein Bärenangriff in der Nacht und zu dritt nebeneinander schlafen auf gefühlter Breite von einem Meter, machte dies zu meinem persönlichen Höhepunkt dieser zwei Wochen.

Trotz waschen im Fluss, Haare waschen ohne Spülung(alles war ein einziger Fitz), Haare trocknen ohne Fön und einigen anderen gewöhnungsbedürftigen Dingen, sage ich hier an dieser Stelle: ICH BIN NÄCHSTES JAHR WIEDER DABEI!!!!

Meine Gitarre war für mich und ich denke für einige andere auch eine wichtige Sache. So gab es auch ohne Radio Musik, viel Spaß und Kulturaustausch. In der letzten Woche habe ich ein Lied geschrieben und mein Kompositionsassistent Chris und ich wollten es unbedingt am letzten Abend in diesem sehr vielseitigen Programm zum Besten geben. (Text siehe unten)

Es war ein Urlaub, den man wie ich finde nie bereuen wird gemacht zu haben. Selbst 29h Stunden Autofahrt sollten niemanden davon abhalten, ebenfalls die ganzen schönen Erfahrungen in Rumänien selbst zu machen.

Hier nun der Text von meinem Liedl:

Ein Buntes Bild In Weiß

Keine Ahnung hier die Eindrücke zu formuliern
Nachgedacht überlegt so richtig hat sich nichts geregt
Gedankenfetzen kreisten doch die allermeisten waren noch so fremd
? no understand

Bis die Fetzen einander fanden sich
Wurden wärmer leicht war das nich?
Mehr Bewegung kam ins Durcheinander alle fanden zueinander
Arbeit begann hört was dann entstand

Ein Bild in bunt gemalt in weiß
Es ist farbenfroh hell und so ein Kunstwerk trés beau

Gemalt wurde das Bild in der Natur
Bei Regen Wind und Wetter scheiß auf die Frisur
Konditionen neu und ungewohnt das war ja schon bekannt
Wie zu Hause wird es nicht hier im fernen Land

Einfach Blau für das Bild reichte nicht aus
So viel sieht man hier so viel erlebt man hier
Alle Farben der Welt wären grad genug
Doch vielleicht ist es auch so ganz gut

Das Bild in bunt gemalt in weiß
Es ist farbenfroh hell und so ein Kunstwerk trés beau

An die ganzen schönen Dinge soll man lange denken
Erinnerung soll es lenken Freude soll es schenken
Vielleicht kann es gar kränken
Das Lied vom Bild in bunt und weiß

Das Bild in bunt gemalt in weiß
Es ist farbenfroh hell und so ein Kunstwerk trés beau


Von Markus Wagner, August 2006

Veröffentlicht am 03.09.06 17:39