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03.09.06
Bericht von Sophia Lehn
„Die Seminare gaben uns die Möglichkeit mehr über das Land und seine Geschichte zu erfahren, wie z.B. die Geschichte von Nicolai Ceausescus, die mich am meisten faszinierte.“
Bericht über Rumänien
Bei der Vorstellung des sozialen Tages in unserer Schule wurde ebenfalls kurz angesprochen, dass die sächsische Jugendstiftung ein Camp in Rumänien organisiert. Begeistert informierte ich mich noch genauer im Internet und mein Vater meldete mich und meine Schwester für die Reise an.
Am 21.07.06 war es dann soweit, die Reise startete in Bautzen mit fünf Bussen in Richtung Rumänien.
Ich hatte keine richtigen Vorstellungen, wie das Camp ablaufen könnte und war sehr gespannt auf das Zusammenleben mit den Ungarn. Die Busfahrt war sehr lang, aber dennoch sehr lustig, da meine Mitfahrer alle sehr nett waren und wenn ich gerade mal nicht schlief, so genoss ich die wunderschöne Landschaft. Die Häuser der Zigeuner begeisterten mich ebenfalls, genauso wie der Rest der Dörfer, in denen der Gegensatz zwischen Arm und Reich sehr deutlich wurde. Dann endlich erreichten wir unsere Wiese. Hier sollte ein „Dorf“ entstehen, in dem wir zwei Wochen zusammen leben sollten? Das konnte ich mir im ersten Augenblick nicht richtig vorstellen und umso erstaunter war ich, wie schnell es gehen kann aus der Wiese ein Zuhause zu machen, wenn alle rücksichtsvoll mithelfen.
Anfangs gab es noch einige Schwierigkeiten mit der Verständigung mit den Ungarn, aber das bekamen alle ziemlich schnell in den Griff, sodass in den nächsten Tagen vier Toiletten, ein Waschplatz der mit Planen zugehangen wurde, ein Staudamm und eine Dusche entstanden. Eigentlich nichts besonderes in unserem Alltag, aber mitten in Rumänien schon! Die Toiletten wurden kreativ dekoriert, neben der Dusche war ein Feuerplatz, damit man sogar mit warmen Wasser duschen konnte und nachdem der Waschplatz einige male kaputt gegangen war, besaß er einen selbst gebauten Steg und eine kleine Bank zum Abstellen der Seife. Jeder packte mit an, es wurden Rollen verteilt und Verantwortliche bestimmt, sodass jeder zu einem Teil des „Dorfes“ wurde. Aber nicht nur die Arbeit, auch die Seminare, Workshops und Ausflüge schweißten uns immer mehr zusammen. Die Seminare gaben uns die Möglichkeit mehr über das Land und seine Geschichte zu erfahren, wie z.B. die Geschichte von Nicolai Ceausescus, die mich am meisten faszinierte. Bei den Workshops und den Ausflügen konnte man super viel Spaß haben und sich noch besser kennen lernen. Auch das Zusammensitzen am Lagerfeuer war jeden Tag etwas ganz besonderes. Man konnte sich mit den ungarischen Kindern unterhalten (auch wenn es manchmal sehr schwierig war, aber wozu hat man Hände und Füße) und viel über ihr Leben im Kinderheim oder in neuen Familien erfahren. Das hat mich sehr berührt, zu sehen, dass diese Kinder nicht in „normalen“ Familien aufgewachsen sind und es deswegen oft sehr schwer hatten. Einige kommen auch heute noch nicht richtig damit klar. Und trotzdem sind sie fröhlich, freundlich und sehr offen, sodass es kein Problem war, Freundschaften mit ihnen zu schließen. Ich habe noch Kontakt zu einigen und hoffe, dass dieser noch lange bestehen bleibt. Das Camp war eine sehr schöne Erfahrung für mich, es hat total viel Spaß gemacht und ich hoffe, dass ich nächstes Jahr wieder mit meiner Schwester daran teilnehmen kann und dass ich dort meine neuen ungarischen Freunde wiedersehen kann!!
Sophia Liehn
Veröffentlicht am 03.09.06 20:02



