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06.09.05

Seminarbericht zur Ceaucescu-Diktatur

Rüdiger SteinkeUm die heutige Situation in Rumänien verstehen zu können, kommt man nicht umhin, die Zeit und Epoche der Prägung des Landes durch den Diktator Nikolai Ceausescu und seine Frau, genauer zu betrachten.

Wie konnte es zu einer derartigen Machtballung in der Hand zweier Menschen kommen und welche psychopatischen Wahnvorstellungen trieb sie dazu, die Bevölkerung in Armut, Elend und Angst zu treiben?

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Betrachtung der biographischen Hintergründe des Nicolai Ceausescu sowie anderer Tyrannen des verg. Jahrhunderts. Seine Diktatur mit ihrer Brutalität und Menschenverachtung wirkt wie die Neuinszenierung der eigenen persönlichen Geschichte. Es ist, als würden solche Menschen in der Aufbürdung des eigenen erlebten Elends auf andere Menschen, eine Befriedigung oder eine Art späte Rache erleben.

Immer wieder prägen Diktatoren die Weltgeschichte und kostet tausenden Menschen das Leben. Wieso wird der Wahn solcher Menschen nicht rechtzeitig enttarnt, gestoppt und verhindert? Wie entstehen Macht und- Staatsstrukturen die eine solche Diktatur stützen und befördern?

Das waren einige Themen und Impulse dieses Seminars.

 Folgndes Informationen sind aus dem Wikipedia-Artikel über Nicolae Ceauşescu entnommen.

Nicolae Ceauşescu (* 26. Januar 1918 in Scorniceşti; † 25. Dezember 1989 in Târgovişte, gesprochen "Tschauschesku") war ein kommunistischer Politiker und späterer Staatspräsident Rumäniens. Er war verheiratet mit Elena Ceauşescu. Mit ihr zusammen hatte Ceauşescu zwei Söhne und eine Tochter.

Nicolai Ceausescu, Herkunft und Jugend

Nicolae Ceausescu wurde 1918 in Scornicesti geboren, einem 2000-Seelen-Dorf im Bezirk Olt in der Kleinen Walachei. Er war der Sohn einer einfachen Bauernfamilie. Seine Mutter war eine gläubige orthodoxe Christin. Sein Vater Andruta war als Trinker und Schläger im Ort berüchtigt und in den 1930er Jahren Anhänger der faschistischen Bewegung Rumäniens. Beide hatten, einschließlich Nicolae, neun Kinder, von denen eines jedoch starb.

Wie zur damaligen Zeit in den ländlichen Regionen des Landes üblich, erhielt Ceausescu nur eine vierjährige Grundschulausbildung. Seine Leistungen waren dabei durchschnittlich bis gut. So erhielt er in Lesen und Betragen jeweils die Note 8, in Mathematik eine 6 (höchste Note 10, schlechteste 0). Viele Jahre später, als der Personenkult um Ceausescu seinen Höhepunkt erreichte, wurden seine schulischen Leistungen im Nachhinein überhöht. Seine Lehrer priesen Ceausescu dabei als einen Schüler, in dem sie schon früh einen "strahlenden Mathematiker" oder gar einen "forschenden Geist" erkannt haben wollten. Der junge Ceausescu war ein Einzelgänger, der wegen seiner geringen Körpergröße und eines Sprachfehlers unter mangelndem Selbstbewusstsein litt.

Mit dem Ende seiner Schulzeit begann für ihn ein neuer Lebensabschnitt. Im Alter von elf Jahren schickte ihn seine Familie in die Hauptstadt Bukarest, wo er bei seiner Schwester und ihrem Ehemann lebte. Ceausescu begann eine Lehre als Schuhmacher. Dabei kam er erstmals mit kommunistischem Gedankengut in Kontakt. Sein Meister ließ ihn Botengänge für die mit etwa 1000 - 1500 Mitgliedern kleine Kommunistische Partei Rumäniens machen, deren Anhänger er war. 1933 wurde Ceausescu dann erstmals kurzzeitig von der Polizei verhaftet. Der Grund für diese Festnahme ist bis heute nicht genau nachgewiesen, man vermutet jedoch dass es um Diebstahl geht. In späteren Werken staatsoffizieller rumänischer Historiker wird Streikhetze angegeben. Allerdings wurde später auch immer wieder der unbewiesene Vorwurf kolportiert, dass Ceausescu in dieser Zeit Diebstähle und kleinere Gaunereien begangen habe. Im August 1934 kam es zu einer erneuten Verhaftung. Ceausescu war beim Verteilen regierungsfeindlicher Flugblätter gefasst worden und wurde dafür der Hauptstadt verwiesen. Unter Polizeibegleitung musste er in seinen Heimatort Scornicesti zurückkehren. Dort blieb er wohl fast das ganze Jahr 1935. (Nach eigener Darstellung kehrte Ceausescu nach seiner Ankunft umgehend nach Bukarest zurück.) Gegen Ende 1935 kehrte er in die rumänische Hauptstadt zurück und nahm dort seine Propagandatätigkeit für die Kommunisten wieder auf. 1936 wurde Ceausescu erneut verhaftet, nachdem er beim Verteilen von Flugblättern aus einem fahrenden Zug heraus gefasst wurde.

Diese dritte Festnahme bedeutete für den jungen Ceausescu eine einschneidende Wende in seinem Leben. Erstmals wurde er zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Dies erwies sich für seine spätere Parteikarriere jedoch als Glücksfall, da er während seines Gefängnisaufenthalts mit führenden Mitgliedern der KP zusammentraf. Darunter befand sich auch der spätere Parteichef und wichtige Förderer Ceausescus, Gheorghe Gheorghiu-Dej. Nachdem er Ende 1938 aus der Haft entlassen wurde, nahm Ceausescu 1939 eine Tätigkeit als kommunistischer Jugendfunktionär auf. Im gleichen Jahr lernte er die zwei Jahre ältere Lenuta Petrescu kennen, die später seine Ehefrau werden sollte. Nachdem mit Ion Antonescu eine faschistisch orientierte Regierung die Macht in Rumänien übernommen hatte, bedeutete dies für Ceausescu eine erneute Inhaftierung. Bis zum Sturz der Antonescu-Diktatur 1944 war er wieder im Gefängnis, gemeinsam mit den Größen der rumänischen KP. Diese Gefängnisfraktion sollte sich in den innerparteilichen Machtkämpfen im Nachkriegsrumänien gegen die Fraktion der Illegalen und später der Moskauer Fraktion um Ana Pauker durchsetzen.

Funktionärskarriere im kommunistischen Rumänien

Nach dem Sturz Antonescus durch König Mihai I., den er mit der Unterstützung oppositioneller Politiker sowie der Armee unter dem Druck der vorrückenden Roten Armee durchgeführt hatte, wurde die rumänische KP (RKP) an der Macht beteiligt. Für Ceausescu wurde ein Posten als führendes Mitglied der kommunistischen Jugendbewegung gefunden. Darüber hinaus wurde er im Oktober 1945 durch die Fürsprache Gheorghiu-Dejs Mitglied des Zentralkomitees (ZK) der RKP. Ceausescu war die Nummer 30 auf einer Liste von 35 Personen, die gewählt wurden. 1946 wurde er als Parteiinstrukteur nach Constanta und später in den Distrikt Olt geschickt. Dieser unspektakuläre Posten wurde später von den "Hofhistorikern" Ceausescus zum Kreisparteisekretär aufgewertet. Am 19. November 1946 errang er ein politisches Amt, welches er in seiner politischen Karriere am längsten tragen sollte, welches aber in kommunistischen Staaten in der Regel auch verhältnismäßig unbedeutend ist: Ceausescu wurde für den Distrikt Olt als Abgeordneter in die Große Nationalversammlung, das rumänische Parlament, gewählt. Diesen Posten hatte er bis zu seinem Tod 1989 inne. Der einzige Knick in Ceausescus langer Karriere ereignete sich etwas mehr als ein Jahr später. Auf dem Vereinigungsparteitag der RKP mit der sozialdemokratischen PSD zur Rumänischen Arbeiterpartei (PMR, Partidul Muncitorilor din România) im Februar 1948 wurde der Jungfunktiorär Ceausescu nicht wieder ins ZK gewählt, obwohl das Gremium auf 41 Personen aufgestockt wurde. Er war vorläufig einer von 16 stellvertretenden ZK-Mitgliedern. Der Grund für diese Niederlage dürfte auch darin zu suchen sein, dass sich in der Partei die mangelnden Fähigkeiten Ceausescus herumgesprochen hatten.

Allerdings konnte er sich der Protektion seines Förderers Gheorghiu-Dej weiterhin sicher sein. Dieser verhalf ihm im März 1948 zum Posten des stellvertretenden Landwirtschaftsministers unter Vasile Vaida, der ebenso wie Ceausescu Schuhmacher war. Allerdings zog er in dieser Funktion starke Kritik auf sich. Als Hauptverantwortlicher trieb er die Bodenreform ohne jegliche Rücksichtnahme voran. Ceausescu folgte in dieser Phase als begeisterter Stalinist den Vorstellungen Ana Paukers. Diese Radikalität in der Frage der Bodenreform führte sogar zu Zweifeln an Ceausescus Fähigkeiten bei Gheorghiu-Dej. Dieser entschloss sich aber, den Enthusiasmus seines Protegés auf ein anderes Feld zu lenken. Er bekam am 9. Januar 1950 für vier Jahre den Posten des stellvertretenden Verteidigungsministers. Gleichzeitig wurde er in den Rang eines Generalleutnants der Infanterie befördert und wurde Chef der Obersten Politischen Direktion der Volksarmee (rum. Sef al Directiei Superioare Politice a Armatei Populare). Am 23. Juli 1953 kam es noch zu einer kleinen Aufwertung seines Amtes. Ceausescu durfte sich nun Erster stellvertretender Verteidigungsminister nennen und stand damit in der Ministerialhierarchie direkt hinter Verteidigungsminister Emil Bodnaras. In der Zwischenzeit wurde er im Mai 1952 im Zuge der Säuberungen gegen die Moskauer Fraktion um Ana Pauker auch wieder Mitglied des ZK der PMR. Sein innerparteilicher Aufstieg begann spätestens, als Ceausescu mit dem Ende seiner Zeit im Verteidigungsministerium am 19. April 1954 zum Sekretär des ZK für Organisationsfragen sowie zum Kandidaten für das Politbüro aufstieg. Der Posten des ZK-Sekretärs für Organisationsfragen stellte in den kommunistischen Parteien eine wichtige Machtposition dar, weil damit unter anderem auch der Zugriff auf innerparteiliche Personalentscheidungen gegeben war. (In der Sowjetunion hatte beispielsweise Josef Stalin diese Position inne.) Die endgültige Aufnahme Ceausescus in das Politbüro fand im Dezember 1955 statt. Er gehörte nun zu einem elitären Zirkel von elf Personen, welche die Macht des Landes in ihren Händen hielten.

Nachfolger Gheorghiu-Dejs

Zehn Jahre später starb der bis dahin unbestrittene Führer der rumänischen Kommunisten, Gheorghiu-Dej, an Krebs. Am 22. März 1965, drei Tage nach dem Ableben seines Förderers, wurde Ceausescu als Erster Sekretär des ZK der PMR nominiert. Die formell noch nötige Wahl durch den Parteitag fand im Juli 1965 statt. Bei diesem Parteitag setzte Ceausescu auch durch, dass die PMR wieder in RKP zurückbenannt wurde. Nach dem bisher weitgehend allein herrschenden Gheorghiu-Dej musste sich Ceausescu die Macht anfangs jedoch mit anderen Führungspersonen teilen, die ihn bei der Wahl innerparteilich gegen Konkurrenten unterstützt hatten. So übernahm Chivu Stoica das Amt des Vorsitzenden des Staatsrates und Ion Gheorghe Maurer behielt seinen Posten als Ministerpräsident. Auf dem schon erwähnten Parteitag wurde diese Ämterteilung noch dadurch formalisiert, indem festgeschrieben wurde, dass zukünftig Parteimitglieder nur noch eine Führungsfunktion als Vollzeitstelle besetzen können sollten.

Allerdings zeigte sich sehr schnell die Zielstrebigkeit Ceausescus, der bereits am 9. Dezember 1967 zusätzlich das Amt des Vorsitzenden des Staatsrates übernehmen konnte. Außenpolitisch distanzierte er sich in dieser Zeit öffentlich vom Kurs der Sowjetunion und näherte sich sogar der sowjetfeindlichen Volksrepublik China an. Er war ebenfalls nicht bereit, im Jahr 1968 rumänische Truppen gegen die Aufständischen des Prager Frühlings einzusetzen.

Bereits 1966 versuchte Ceausescu, den Mangel an Bildung, unter dem er litt, auf ungewöhnliche Art und Weise auszumerzen. Er begann ein Studium ohne Anwesenheit, welches er auch mit einem Diplom der Bukarester Wirtschaftsakademie abschloss. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Arbeit über Ausgewählte Probleme der industriellen Entwicklung Rumäniens im 19. Jahrhundert von einem Ghostwriter verfasst wurde.

Personenkult

Eine Reise Ceausescus nach China und Nordkorea brachte ihn mit dem dort praktizierten Personenkult in Berührung. Davon angeregt begann er, diesen konsequent auf Rumänien zu übertragen. Am 28. März 1974 übernahm er das Amt des rumänischen Präsidenten. Da die hierzu nötige Verfassungsänderung jedoch vergessen wurde, musste sie am 17. März 1975 nachgeholt und Ceausescu erneut als Staatspräsident bestätigt werden. In seiner Amtszeit baute Ceausescu eine stalinistische Diktatur mit einem starken Personenkult auf. Mit seinen zahlreichen offiziellen Titeln gab er sich nicht zufrieden. So ließ er sich Conducator (dt. Führer) nennen. Dies war ein Titel, der auch schon unter der faschistischen Antonescu-Diktatur bestand. Darüber hinaus wurden ab Mitte der 1970er Jahre zahlreiche Lyrikbände herausgegeben, die Hofdichter, unter ihnen die heute noch aktiven ultranationalistischen Politiker Corneliu Vadim Tudor (PRM, Partidul România Mare, dt. Großrumänienpartei) und Adrian Paunescu (PSD, Partidul Social Democrat, dt. Sozialdemokratische Partei), regelmäßig zu seinen Geburtstagen veröffentlichten. Dort wurden Ceausescu Titel wie Großer Kommandant, Titan der Titanen, glorreiche Eiche aus Scornicesti oder Sohn der Sonne gegeben. Er bewunderte die Rhetorik Adolf Hitlers und studierte häufig Filmsequenzen mit dessen Reden. Dabei wurde eine dem Kommunismus eigentlich fremde Religiosität nicht verdeckt. So ließ er sich auch der Auserwählte oder unser irdischer Gott nennen. Heute noch am geläufigsten ist jedoch die Bezeichnung Genie der Karpaten. Mit einer alles überwachenden Geheimpolizei Securitate schaltete er seine Gegner und die politische Opposition aus. Sogar die Hauptstadt Bukarest war mit einem System von Tunneln unterzogen, damit die Securitate jederzeit gegen Oppositionelle vorgehen konnte. Um keine möglichen Gegner oder Kritiker im näheren Umfeld zu haben, ließ er wichtige Ämter mit Familienmitgliedern besetzen. Besonders seine Frau Elena erlangte dadurch erheblichen Einfluss in der Politik.

Niedergang des Ceausescu-Regimes

Als 1985 Michael Gorbatschow Generalsekretär der KPdSU wurde und umfangreiche Reformen einleitete, reagierte Ceausescu mit Ablehnung.
Die rigorose Industrialisierung führte zum Niedergang der Wirtschaft und vor allem der Landwirtschaft: Die Arbeiter erhielten keine Löhne mehr, elektrischer Strom musste rationiert werden und selbst die Lebensmittelversorgung brach zusammen. Um die Staatsschulden abzubauen wurden Lebensmittel rücksichtslos für den Export bestimmt. Statt sich der Probleme anzunehmen, setzte Ceausescu gigantische Bauvorhaben in Gang. Besonders rücksichtslos war das so genannte "Dorfzerstörungs-Programm", bei dem Dörfer zwangsweise zusammengelegt und in agro-industrielle Industrie-Komplexe umgewandelt werden sollten. Wären diese Pläne durchgeführt worden, wären circa 8000 Dörfer zerstört worden.
1988 wurde Ceausescu zu seinem 70. Geburtstag demonstrativ von SED-Chef Erich Honecker mit dem Karl-Marx-Orden ausgezeichnet und damit für seine ablehnende Haltung zur sowjetischen Perestroika gewürdigt.

Zusammenbruch des Ceausescu-Regimes

1989 waren viele rumänische Unternehmen bankrott. In der verarmten Bevölkerung machte sich zunehmend Unmut bemerkbar. Selbst die Staatspolizei und hohe Mitglieder der KP kritisierten zunehmend die Führung Ceausescus. Besonderen Unmut erregte das oben erwähnte umstrittene "Dorfzerstörungs-Programm". Erst im Frühling 1990 wurde international bekannt, dass die kommunistische Führung überall im Land Kinderheime für die "Unwiederbringlichen" (Behinderte und Kinder notleidender Eltern) eingerichtet hatte (siehe unter Cighid). Auf Grund der dort üblichen unmenschlichen Behandlung wurden sie auch als "Kinder-GULAGs" bezeichnet.

Am 16. Dezember kam es zu einem größeren Aufstand im westrumänischen Timisoara, nachdem ein regimekritischer Priester, László Tokés, verschleppt werden sollte. Mehrere Demonstranten wurden dabei getötet. Die Geheimpolizei Securitate setzte bei der Niederschlagung Hubschrauber ein und begann daraufhin mit einem regelrechten Terror gegen die Aufständischen und diejenigen Mitglieder der Armee, welche die Fronten gewechselt hatten.

Am 21. Dezember hielt Ceausescu eine Rede, bei der ihn die Bevölkerung mit Buhrufen empfing. Einen Tag später versuchte er ein zweites Mal die Massen zu beruhigen. Diese waren aber so aufgebracht, dass sie begannen, das Parteigebäude zu stürmen. Ceausescu und seine Frau versuchten über die Grenze zu fliehen, wobei sie von Soldaten der rumänischen Armee bei Târgoviste nördlich von Bukarest festgenommen wurden. Am 25. Dezember wurde Ceausescu zusammen mit seiner Frau von einem eilig zusammengestellten Militärgericht im Schnellverfahren ohne rechtmäßigen Prozess zum Tode verurteilt und noch am selben Tag erschossen.

Kurz vor 15 Uhr Ortszeit starb Nicolae Ceausescu gemeinsam mit seiner Frau Elena Ceausescu im Kugelhagel eines Erschießungskommandos. Kurz vor seinem Tod soll er gerufen haben: "Es lebe die freie und unabhängige Sozialistische Republik Rumänien!". Die letzten Worte seiner Frau sollen gewesen sein: "Nicolae, man ermordet uns? In unserem Rumänien?". Nach der Überführung der beiden Leichen von Târgoviste nach Bukarest, wurden sie am 30. Dezember 1989 unter größter Geheimhaltung und unter falschem Namen auf dem Bukarester Friedhof Ghencea begraben. Heute sind die beiden Gräber, die nicht zusammen liegen, ausfindig gemacht und können besucht werden. Die Tochter der Ceausescus verhandelt mit der rumänischen Führung darüber, die Leichen exhumieren zu lassen und zusammen in einem Mausoleum zu beerdigen.

Nach dem Sturz Ceausescus übernahm die Front zur nationalen Rettung (FSN) unter dem Vorsitz von Ion Iliescu, einem politischen Ziehsohn des "Conducator", die Führung in Rumänien. Später kam es immer öfter auch zu kritischen Untersuchungen der Ereignisse im Dezember 1989.


Rüdiger Steinke

Veröffentlicht am 06.09.05 08:37

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