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Ich bin zum ersten Mal mit nach Rumänien gefahren. Letztendlich hat jeder Moment den ich mit jemanden mir bis zu diesen Augenblick Fremden verbracht habe, dazu beigetragen, dass wir uns einander begegnet sind. In dieser Zeit habe ich so viele wundervolle Menschen kennen lernen dürfen...
Am Eindrucksvollsten für mich war unser kleines Seminar: Ich glaube, dass es erst bei unserem zweiten Zusammentreffen geschah, dass Banjo plötzlich in der Mitte des Kreises im Gras saß und begann, auf unsere Fragen zu antworten. Wir haben gemerkt, dass es allen ungarisch-rumänischen Jugendlichen nicht so leicht fiel -im Vergleich zu uns vielleicht. Doch zeitweise fiel es mir schon schwer, über mich und mein Leben zu reden: ich kam mir so privilegiert vor; so deutsch, dass es mir irgendwie manchmal Angst machte. Während all der Lebensgeschichten, die erzählt worden sind, fühlte man sich wie in einem Strudel verschiedenster Emotionen. Kinder, die ins Kinderheim gesteckt worden waren, weil es für die Mutter schon das siebte Kind war, welches sie nicht ernähren konnte. Im Kinderheim wurden sie geschlagen und lebten unter miserablen Bedingungen, die ich - zum Glück? - nicht gesehen, sondern nur erzählt bekommen habe.
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In Rumänien gibt es ein großes Spektrum von Zigeunergruppen mit ganz unterschiedlichen Namen. Sie leben als Minderheiten sowohl in guten als auch in weniger guten Verhältnissen mit der Mehrheitsbevölkerung Seite an Seite. Einerseits begegnen uns in bunte Trachten gekleidete, wohlhabende und sehr traditionell lebende Roma-Gruppen wie etwa die Cortorari oder Gabor, welche zum Beispiel die eigene Muttersprache Romani pflegen und zum Teil in prachtvollen Häusern entlang der Hauptstraßen ihren Reichtum präsentieren. Andererseits gibt es aber auch sehr viele durch Armut und sozialen Notstand geprägte Familien wie etwa bei den Kherutne, die aufgrund von Ausgrenzung und Diskriminierung kaum Chancen auf gute Bildung und gut bezahlte Arbeitsplätze haben. Daher wohnen sie oft in kleinen Lehmhütten in Siedlungen am Rande der Dörfer und Städte und bangen nicht selten um das tägliche Brot. Politische Zigeuneraktivisten in Rumänien haben es sehr schwer, die oft untereinander konkurrierenden und sich nur selten gegenseitig Unterstützung zubilligenden Gruppen an einen Tisch zu bekommen.

Bild: Während des Seminars
Rumänienzeltlager 2005
Ich denke, die meisten Leute die zum ersten mal mit nach Rumänien fahren, haben vielleicht noch gar keine richtige Vorstellung davon, was da eigentlich auf sie zukommt. Und bestimmt gibt es viele die erstmal ziemlich erstaunt gucken, wenn die ungarische Gruppe ankommt, und man feststellt, dass die Jugendlichen aus dem Kinderheim wirklich völlig anders sind als man selber, dass man vielleicht am Anfang auch gar nicht wirklich viel mit ihnen anfangen kann, weil man einfach mal nicht dieselbe Sprache spricht und es einen auch sonst erstmal ein bisschen umhaut, wenn sie in ihrer lauten, stürmischen und einfach un-deutschen art auf einen losstürmen und man vielleicht gar nicht so richtig weiß wie man reagieren soll.
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Viele Wege führen nach Turia
Woher kommst du? Wohin wirst du gehen? Welche Erfahrungen haben dich geprägt? Was willst du in deinem Leben erreichen? All diese Fragen können so viel über die Menschen ans Licht bringen, die sie beantworten. Und doch habe ich bisher nur wenigen Menschen diese Fragen gestellt. Sicherlich deswegen, weil es irgendwie komisch wirkt, ein Gespräch etwa beim Kaffeetrinken ´mal eben in diese Richtung zu lenken.
Im Camp haben wir uns zusammengesetzt, um uns genau darüber zu unterhalten. Ob das wohl funktionieren würde? Rumänische Waisenkinder und (vergleichsweise) wohlbehütete deutsche Jugendliche in einer gemischten Gruppe mit Sprachbarriere und Übersetzern? Und ob es funktionierte! Wie so vieles andere in diesem wunderbaren Camp klappte es sogar viel besser als ich je erwartet hätte.
]]>16.000 Km in 4 Autobussen
4 Nationen
35 Rumänen ungarischer Nationalität, 25 Deutsche, 1 Amerikanerin, 1 Ungarin
Alter des jüngsten Teilnehmers: 5
Alter der ältesten Teilnehmerin: 70
Durchschnittsalter: 18
14 Tage, 12 Nächte

Bild: Der Feldweg zum Camp
Ich bin nach Rumänien mitgefahren, weil ich mich nach anderen Welten als der, in welcher ich groß geworden bin, sehne – und ich habe eine andere gefunden.
So weltoffen ich zu sein glaubte, Vorurteile hatte ich doch, wie mir recht flink bewusst wurde. Aber, was die Landstriche, die ich sehen und erleben durfte, und die Gruppe netter und interessanter Menschen mir zu bieten hatten, hat mich sehr schnell alles vorgefertigte aufgeben lassen. Am anziehendsten war und ist für mich die Einfachheit, in der die Menschen zu leben vermögen. Die Lebensart wirkt auf mich sehr viel lebendiger als die meines Umfeldes, sehr viel lebensfroher, die allgemeine Konsumbetäubung hat dort dem Anschein nach noch keinen erheblichen Einzug gefunden. Auch das Klima im Camp hat mir sehr zugesagt – vor allem das freundliche Miteinander, die Hilfsbereitschaft, das Kollektiv.
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Als ich das erste mal mit dem Projekt der Sächsischen Jugendstiftung in Berührung kam, war mir noch nicht vollkommen klar, was (und wer) mich in diesen 16 Tagen erwarten würde. Das Resümee im Rückblick kann lediglich lauten: Es hätte nicht besser, schöner, eindrucksvoller, intensiver, lebhafter, spannender, amüsanter, ... sein können.
Der Gewinn, den ich für mich persönlich und mein zukünftiges Leben aus dieser wertvollen (und hoffentlich nicht letzten!) Erfahrung ziehen kann, ist in Worten nur zu umreißen.
Die Begegnung mit so vielen verschiedenen Menschen in den unterschiedlichsten Lebensphasen und -situationen öffnet Grenzen und baut Brücken. Man lernt, das eigene Leben, seine Gewohnheiten, heimatliche Gesellschaftsstrukturen und Wertvorstellungen aus anderer Perspektive zu betrachten, diese zu vergleichen und beurteilen - was in einem Projekt in einer „westlich zivilisierten industriellen Profit- und Konsumgesellschaft" meiner Meinung nach nicht auf diese Weise realisierbar gewesen wäre.
Es war faszinierend mitzuerleben, wie binnen zwei Tagen ein komplettes Dorf entstand, alle gemeinsam ein Ziel verfolgten: 14 Tage unvergesslichen, ganz besonderen Urlaub zu erleben.
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Um die heutige Situation in Rumänien verstehen zu können, kommt man nicht umhin, die Zeit und Epoche der Prägung des Landes durch den Diktator Nikolai Ceausescu und seine Frau, genauer zu betrachten.
Wie konnte es zu einer derartigen Machtballung in der Hand zweier Menschen kommen und welche psychopatischen Wahnvorstellungen trieb sie dazu, die Bevölkerung in Armut, Elend und Angst zu treiben?
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Die zwei Wochen im Camp haben mich gestärkt, in Körper, Geist und Seele. Neben all der Plackerei, wie dem Wasserholen, den Bauarbeiten und der sportlichen Bewegung war es für mich eine sehr herzliche Erfahrung. Ich habe neue Freunde gewonnen und zum ersten Mal seit ich die Schule verlassen habe, das Gefühl gehabt, Teil einer großen, zusammen gehörenden Gruppe zu sein.
Ich glaube auch, ich bin mutiger geworden, neue Herausforderungen anzunehmen, mich beweisen zu wollen und anderen zu dienen. In meinem normalen Leben sitze ich viel am Computer und bin ein Waldläufer, ein Einzelgänger. Hier im Camp konnte ich zwar weiterhin ein Ruhepol sein, doch musste ich mich öffnen und in die Gruppe einfügen. Es nicht einfach, diese Erfahrung in Worte auszudrücken. Auch das Gefühl, ein neues Stück Heimat gewonnen zu haben. Dass ich die Armut gesehen habe, aber auch den Reichtum des Landes, seine fleißigen Menschen und die wunderschöne Natur.
Gesammelt und aufgeschrieben von unserem rasenden Reporter Richard.
[17. Juli, 10:00 Uhr, MORGENTREFFEN. Die Bauaufgaben für den Tag werden verteilt. Für den Bau des Wäscheplatzes melden sich nur Frauen.]
Rüdiger: Gibt es auch einen Mann, der da mitbauen möchte? Der Platz muss schließlich stabil werden.
[18. Juli, 15:00 Uhr, CAMPINGPLATZ]
Richard: Du wolltest mit mir noch eine politische Diskussion führen?
Anna: Naja, ich hab nur ne Frage, die ich mir mal kurz von nem „Fachmann“ beantworten lassen wollte. Diskutieren will ich gar nich.
Richard: Ach so. Und was ist deine Frage?
Anna: Wie ist das jetzt mit der EU-Verfassung?
[19. Juli, 15:00 Uhr, KAFFEETRINKEN. Die Camper verspeisen gerade Nutella-Brote.]
Micha: Na Jungs, ihr seid doch bestimmt auch ganz scharf auf die Schnitten hier…

Bild: Volleyball, Zuschauer entspannen auf der Ehrentribüne
Für mich war das Camp in Rumänien eine total schöne Erfahrung. Sowohl was die Teilnehmer angeht, als auch das Land an sich.
Das einfache Leben im Camp war eine gute Gelegenheit mal vom deutschen Alltag Abstand zu nehmen und einfach mal etwas anderes zu erfahren. Das Zusammenleben gestaltete sich so viel intensiver als in einem „normalen Urlaub“, wo alles schon da ist. Und das war es, was mir sehr gefallen hat. Das, was wir benötigten, mussten wir irgendwie selbst hinkriegen und Probleme mussten gemeinsam angepackt werden. Trotzdem haben wir ja nicht nur gearbeitet, sondern auch Ausflüge gemacht oder einfach nur mal einen Lagertag genossen. Auch den rumänischen (ungarischen?) Jugendlichen kam man dadurch viel schneller näher. Trotz der Sprachbarrieren gab es wenig Missverständnisse.
Auch die Einblicke, die die rumänischen Jugendlichen im Seminar in ihre eigene Vergangenheit gaben, waren einerseits sehr interessant, andererseits für mich auch sehr bedrückend.
Alles in allem kann man sagen, dass dieses Camp vollkommen gelungene zwei Wochen waren, in dem ich viele neue Erfahrungen gemacht habe. Wie stark die Gruppe in dieser Zeit zusammengewachsen ist, merkte man erst zum Abschied so richtig.
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Die Vorbereitung des Seminars über die „Frauenrollen“ in Rumänien ist uns nicht leicht gefallen, da wir bereits in den ersten Vorbereitungsgesprächen sehr schnell an unsere Grenzen bezüglich unserer eigenen Sicht der Rolle der Frau – auch in der westlichen Welt - stießen.
Das Sozialgefüge und die gesellschaftliche Stellung der Frau in Rumänien ist durch vielfältige äußerliche Faktoren beeinflusst, die schon im Land an sich sehr unterschiedlich ausfallen und natürlich äußerst verschieden, wenn nicht gar widersprüchlich zu unseren Erfahrungen mit „Emanzipation“ sind. Haben wir in Deutschland eine relative Gleichsetzung der Rolle der Frau mit dem Mann, so sind in Rumänien zahlreiche Parallelwelten aktiv, die je Lebensbereich eine andere Aufgabenstellung der Frau vorsehen.

Bild: Frauen aus dem Dorf bereiten den Kuchenteig zu
Presse-Bereich der Website zum Sozialen Tag in Sachsen mit Downloads
Bericht zum Sozialen Tag in Sachsen der Bundesinitiative „Unternehmen: Partner der Jugend“ (UPJ) e.V.
Der "Soziale Tag 2005 in Sachsen", Bericht der Diakonie Leipzig
Junge SZene, Junge Weltenretter: Sozialer Tag. In Sachsen haben am Dienstag 15 000 Schüler für den guten Zweck geschuftet. (Till Ostermann für die Sächsische Zeitung)
Du bist hier: Mitmachen / Welt verbessern / Mach mit! Schüler arbeiten für Kinder, von Kai Hirschmann, Helles-Koepfchen.de
der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft",
der Stiftung "Demokratische Jugend",
der Stiftung "Schüler helfen Leben",
der Rumänieninitiativgruppe Bautzen e.V.,
der Sächsischen Jugendstiftung als Veranstalterin
und in Rumänien dem Verein „Feherlofia“.
]]>Hallo miteinander,
seid unserer Rückkehr aus Transsilvanien sind nun fast schon drei Wochen vergangen. Wir hoffen, dass Euere Eindrücke der Reise und der Begegnungen noch nah und lebendig in Erinnerung sind, denn wir wollen Eure Impressionen und Erfahrungen im Camp, im aktiven Dorfleben, in Rumänien für eine bunte Dokumentation der Tour 2005 auf der Website der SJS einbauen. Dazu würden wir ca. eine halbe DIN A 4 Seite, oder etwa 15 Sätze von Euch benötigen. Euere Reisebericht könnt Ihr an mich mailen, ich koordiniere dann mit Peter und Richard den Einsatz auf der Website.
Freue mich über Euere schnelle Rückmeldung, Evelyn

Bild: Lauft ruhig vor, wir nehmen den Wagen
(Erlebnisse: Wer bist du? Herzlichkeit, Offenheit, “die Maske fallen lassen� Woran denkst du gerne zurück? Was hat dich beeindruckt?)
Bericht von Hannes Lieberot: „Für mich war das Camp in Rumänien eine total schöne Erfahrung. Sowohl was die Teilnehmer angeht, als auch das Land an sich. Das einfache Leben im Camp war eine gute Gelegenheit mal vom deutschen Alltag Abstand zu nehmen und einfach mal etwas anderes zu erfahren.“
Bericht von Lydia Haferkorn: „Das Resümee im Rückblick kann lediglich lauten: Es hätte nicht besser, schöner, eindrucksvoller, intensiver, lebhafter, spannender, amüsanter sein können. Der Gewinn, den ich für mich persönlich und mein zukünftiges Leben aus dieser wertvollen (und hoffentlich nicht letzten!) Erfahrung ziehen kann, ist in Worten nur zu umreißen.“
Bericht von Peter Großmann: „Die zwei Wochen im Camp haben mich gestärkt, in Körper, Geist und Seele. Neben all der Plackerei, wie dem Wasserholen, den Bauarbeiten und der sportlichen Bewegung war es eine sehr herzliche Erfahrung.“
Bericht von Elisa Walter: „Am anziehendsten war und ist für mich die Einfachheit, in der die Menschen zu leben vermögen. Die Lebensart wirkt auf mich sehr viel lebendiger als die meines Umfeldes, sehr viel lebensfroher, die allgemeine Konsumbetäubung hat dort dem Anschein nach noch keinen erheblichen Einzug gefunden.“
Bericht von Anna Steinke: „Weil es einfach herrlich ist, so viele neue Menschen kennen zu lernen, neue und interessante Erfahrungen zu machen… und auf der anderen Seite erfährt man natürlich auch nicht alle Tage so viel über das wirkliche Leben in Rumänien und besonders das Leben der Kinderheimjugendlichen, dass sich so grundlegend von unserem unterscheidet.“
Bericht von Katharina Horn: „Dass ich innerhalb von 14 Tagen so viele liebe und interessante Menschen kennen gelernt habe, ungarisch-rumänische, deutsche und amerikanische macht mich immer noch unglaublich glücklich! Ich habe Dinge erfahren, die für das Zusammenleben in einer Gemeinschaft von so großer Bedeutung sind; das sind Erfahrungen, die sich meist total schlecht beschreiben lassen. Daher werde ich jede Chance sofort wieder wahrnehmen, die Zeit in so einer wundervollen Gruppe zu verbringen.“