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17.08.05

Einblicke ins regionale Alltagsleben

So leben die Menschen in Rumänien und Siebenbürgen. Hier findet ihr Informationen und Berichte der Teilnehmer über typische Lebensweisen der Menschen in Rumänien.

  • Frauen aus dem Dorf backen traditionellen Kuchen
  • Ein Schaf schlachten
  • Besuch bei den Hirten
  • Einkaufen auf dem Markt in Kezdivasarhely
  • Wohnsituation, das Leben im Dorf
  • Der Csardas-Tanz

Bauernhaus in Turja
Bild: Bauernhaus in Turja

Frauen aus dem Dorf backen traditionellen Kuchen: Der Trompetenkuchen „kürtöskalacs“ ist eine Tradition in den ungarischen Bezirken Rumäniens. Der Teig wird in einer langen Rolle um einen Spieß gewickelt und dann auf einem Grill gedreht bis die ganze Rolle schön knusprig ist. Der Kuchen schmeckt extrem süss und sättigt für den Rest des Tages. Zum Kürtöskalacs backen kommen oft verschiedene Familien zusammen. Dann wird das Backen zum Fest mit einem bunten, fröhlichen Zusammenarbeiten verschiedener Generationen.

Gleichmäßig über dem Feuer backen
Bild: Gleichmäßig über dem Feuer backen

Der fertige Kuchen, auf Bierflaschen gedreht
Bild: Der fertige Kuchen, auf Bierflaschen gedreht

Ein Schaf schlachten: Traditionell sind die Menschen in Transsilvanien Bauern und die Tierhaltung gehörte somit schon immer zu ihrem Alltag. Das Anlegen von Fleischvorräten für den Winter bzw. die Tierhaltung ist für viele Familien heute noch genauso wichtig und bedeutend wie vor hundert Jahren. Aufgrund niedriger Löhne, schwieriger Lebensbedingungen und hoher Lebensmittelpreise werden selbst in den Neubaugebieten Schweine, Rinder, Ziegen, Schafe und Hühner gehalten. Im Herbst wird in den Höfen oder vor den Eingängen der Neubaublöcke geschlachtet, um Vorräte für den Winter zu haben.

Schafherde in Turja
Bild: Schafherde in Turja

Besuch bei den Hirten: Oft sind es ganze Familien oder Gruppen von drei bis sechs Männern, die sich als Hirten verdingen. Im April ziehen sie mit den Tieren eines oder verschiedener Besitzer auf die Weiden in den Bergen und schlagen dort ihr Lager auf. Bis Oktober leben sie dort um dann mit den Tieren zurückzukommen. Drei bis vier mal am Tag werden die Schafe und Ziegen gemolken und in einer kleinen Hütte befindet sich eine Käserei. Das Leben der Hirten ist rau und geprägt von der Auseinandersetzung mit der Natur. Nicht selten interessieren sich Wölfe oder Bären für die Herden. Im Winter leben die Hirten und ihre Familien meist in einer kleinen Stadtwohnung oder in einer Hütte am Dorfrand von der Erträgen des Sommers.

Die Hirten melken ihre Schafe
Bild: Die Hirten melken ihre Schafe

Einkaufen auf dem Markt: Rumänien ist ein reiches Land mit guten Böden, gutem Klima und tüchtigen Menschen. Neben einer Arbeit in der Fabrik oder ähnlichem bestellen sie ihr Feld und bewirtschaften den eigenen Acker. Daran sind normalerweise alle Familienmitglieder beteiligt. Das heißt, die ganze Familie mit Kindern und Groß- oder Urgroßeltern verbringt viel Zeit auf den Feldern. Genutzt werden die Erträge für die eigene Versorgung oder sie werden auf den Märkten verkauft. Es ist ein schönes Erlebnis, durch die bunten Märkte zu spazieren und mit den alten Frauen um Knoblauch oder Tomaten zu feilschen. Alles kann man kosten und faszinierend sind die von Sonne und Arbeit geprägten Gesichter.

In Kezdivasarhely / Tirgu Secuiesc
Bild: In Kezdivasarhely / Tirgu Secuiesc

Der Csardas-Tanz: (aus Wikipedia) Csárdás (auch Csardas, Aussprache “Tschardasch�) ist ein ungarischer Nationaltanz. Einem langsamen, pathetischen Kreistanz der Männer (�lassú�) in Moll folgt der wilde, sich steigernde geradtaktige Haupttanz der Paare in Dur (�friss�). Über den Ursprung des Tanzes gibt es verschiedene Meinungen. Einige sehen die Herkunft aus einem Heiduckentanz, andere weisen auf die Verbindung mit Verbunkos (abgeleitet von Werbung) hin, ein Tanz, mit dem Zigeunerkapellen im 18. Jahrhundert Soldaten für die habsburgische Armee anwarben. Csárdás wird bis heute vor allem als Volksmusik von ungarischen Zigeunerensembles gespielt, hat jedoch mit Franz Liszt auch Eingang in die Kunstmusik gefunden. Liszt komponierte mehrere Csardas für Klavier, am bekanntesten ist der “Csardas macabre�.

Der Csardas, ein Kreis- und Paartanz
Bild: Der Csardas, ein Kreis- und Paartanz

Veröffentlicht am 17.08.05 17:50