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01.09.05

Camp-Sprüche

RichardGesammelt und aufgeschrieben von unserem rasenden Reporter Richard.

[17. Juli, 10:00 Uhr, MORGENTREFFEN. Die Bauaufgaben für den Tag werden verteilt. Für den Bau des Wäscheplatzes melden sich nur Frauen.]

Rüdiger: Gibt es auch einen Mann, der da mitbauen möchte? Der Platz muss schließlich stabil werden.

[18. Juli, 15:00 Uhr, CAMPINGPLATZ]

Richard: Du wolltest mit mir noch eine politische Diskussion führen?
Anna: Naja, ich hab nur ne Frage, die ich mir mal kurz von nem „Fachmann“ beantworten lassen wollte. Diskutieren will ich gar nich.
Richard: Ach so. Und was ist deine Frage?
Anna: Wie ist das jetzt mit der EU-Verfassung?

[19. Juli, 15:00 Uhr, KAFFEETRINKEN. Die Camper verspeisen gerade Nutella-Brote.]

Micha: Na Jungs, ihr seid doch bestimmt auch ganz scharf auf die Schnitten hier…

Volleyball, Zuschauer entspannen auf der Ehrentribüne
Bild: Volleyball, Zuschauer entspannen auf der Ehrentribüne

[18. Juli, 19:00 Uhr, KENNENLERNRUNDE. Ein Rumäne wirft den Ball zu Lydia, damit sie sich vorstellen kann.]

Noemi: Er sagt: „Ich werf den Ball zu dir, weil du so coole Haare hast.“

[18. Juli, 19:15 Uhr, KENNENLERNRUNDE. Auch Reka hat eine tolle Begründung für ihren Ballwurf.]

Reka: Ich werfe zu Matt, weil er auf meine SMS nicht geantwortet hat.

[19. Juli, 16:30 Uhr, WASCHPLATZ. Peter hat sich ins Knie geschnitten und versorgt die Wunde mit einem Kräuterumschlag. Camp-Arzt Alex kommt zu ihm und Lydia, nachdem er seine Zigarette aufgeraucht hat.]

Alex: Ihr habt ja alle nen Vogel.
Peter: Nö, das ist Wegerich. Der wirkt blutstillend und desinfizierend.
Alex: Ach, ich mein doch, dass ihr alle leichtsinnig mit Klingen hantiert. Lydia, willst du vielleicht auch mal mit der Axt hier spielen?

[19. Juli, 16:35 Uhr, WASCHPLATZ. Lagerarzt Alex untersucht leicht genervt die Wunde von Peter und sieht wie Anne aufs Klo geht.]

Alex: (schreit zu Anne) Aber hinsetzen, ja?

[19. Juli, 19:30 Uhr, DEUTSCHE GRUPPENBESPRECHUNG. Rüdiger erklärt den Ablauf des kommenden Sonntags.]

Rüdiger: … auf dem Programm stehen also Kuchen, Schaf schlachten und Tanz - ein ganz normaler Sonntag eben.
  [Einige melden Bedenken wegen der Schlachtungspläne an.]
Rüdiger: Hat jemand Probleme damit, dass ein Schaf geschlachtet wird?
Lydia: (fällt Rüdiger ins Wort) Ja, ich.
Rüdiger: (zögernd) Gut.

[20. Juli, 09:30 Uhr, MORGENBESPRECHUNG. Rüdiger bilanziert die Schäden des Sturmes am vorherigen Abend.]

Rüdiger: Ich musste also auswählen, welche meiner Wertgegenstände ich in Sicherheit bringe. Ich habe mich für den Tresor entschieden. Dann fiel mir aber wieder ein, dass das rumänische Geld ja wasserfest ist.

[21. Juli, 11:00 Uhr, BERGWANDERUNG. Richard Ott zeigt auf eine Lichtung hinter einem steilen Anstieg.]

Richard: Rüdiger, ist das jetzt das Ende?

[22. Juli, 15:00 Uhr, GRUPPENZELT. Peter erläutert seine Strategie fürs Kaffeetrinken]

Peter: Ich lauf jetzt um die Tische und fress das Gemüse weg.

[18. Juli, 17:00 Uhr, CAMPINGPLATZ. Micha zieht seine Gummistiefel aus und seine käseweißen Füße kommen zum Vorschein.]

Friedo: Da kannst du uns ja heute Abend den Weg zum Zelt leuchten.

[24. Juli, 01:00 Uhr, GRUPPENZELT. Beim Skatspielen lachen Anna und Käsorin über Richard Otts erzgebirgische Mundart. Richard versucht die Situation zu retten, macht aber alles nur noch schlimmer.]

Richard: (erzgebirgisch) Ich hob ein Herz fier Dialekte.

[25. Juli, 09:00 Uhr, MORGENBESPRECHUNG. Ein Volleyball- Länderspiel soll am Nachmittag stattfinden. Richard Ott erklärt der hinzukommenden Judy seine Nationalmannschafts-Pläne.]

Richard: Judy, I'm going to play for Great Britain.
Judy: So you're doing Olympics here?
Lydia: Paralympics.

[24. Juli, 21:00 Uhr, ABENDESSEN. Rüdiger hält sein Wort zum Sonntag.]

Rüdiger: Wir haben jetzt auch eine Dusche im Zeltlager. Ich freue mich, dass sie rege genutzt wird. Es riecht auch schon viel besser im Camp.

[25. Juli, 16:00 Uhr, VOLLEYBALLFELD. Maja denkt laut über Familienplanung nach.]

Maja: Wenn Banjo ein Grund ist, die Pille nicht zu vergessen, dann ist Ilja ein Grund, sie abzusetzen.

[25. Juli, 19:30 Uhr, ABENDESSEN. Die Ungarn versprechen zur Motivation der deutschen Teilnehmer beim Csardas-Abend, bei einem Gegenbesuch in Deutschland auch „den deutschen Volkstanz mit zu tanzen.]

Richard Ott: Was soll das denn sein? DEN deutschen Volkstanz gibt es doch gar nicht.
Peter: Klar gibt's den: 1-2-Tip.

[26. Juli, 09:25 Uhr, MORGENKREIS. Rüdiger heißt neue Campteilnehmer willkommen.]

Rüdiger: Ich begrüße bei uns auch Rekas und Noemis Mutter. Die beiden haben sich so schlecht benommen, dass wir die Mutter besser dazugenommen haben.
[Pause]
Den letzten Satz übersetzen wir besser nicht ins Ungarische.

[26. Juli, 09:30 Uhr, MORGENKREIS. Rüdiger erzählt die Geschichte eines gierigen Bauern, dem so viel Land versprochen wird, wie er an einem Tag komplett umwandern kann.]

Rüdiger: …und in der letzten Minute kam er wieder an seinem Ausgangspunkt an und fiel tot um.
  [Pause]
Das war schade.

[26. Juli, 14:00 Uhr, ZELTPLATZ. Alex bekämpft die Rattenplage in seinem Vorzelt mit Spülwasser und psychologischer Kriegsführung.]

Alex: So, ihr Kleinen, jetzt kommt der Alex und macht mit euch Wischi-Waschi.

[26. Juli, 18:30 Uhr, HELD-VON-TURIA-SPIEL. Die männlichen Teilnehmer müssen einer Vogelscheuche mit Fußball-Kopf romantische Liebeserklärungen machen.]

Zorro: Tut mit leid, dass ich dich betrogen habe. Ich will dich gerne kennenlernen.

[26. Juli, 18:45 Uhr, HELD-VON-TURIA-SPIEL. Stanley, auf aussichtsreicher Position in der Gesamtwertung, weigert sich, eine Liebeserklärung abzugeben.]

Stanley: Ich werd das Tauziehen eh gewinnen. Da brauch ich den Scheiß hier nich mitmachen.

[26. Juli, 19:30 Uhr, GRUPPENZELT. Camp-Chef Rüdiger ist leicht nervös.]

Rüdiger: Zwei Dinge machen mir Sorgen: Erstens, Gesa macht bald Fahrerlaubnis. Zweitens, unsere Amerikanerin trampt im Pferdewagen von Tirgu Secuiesc nach Turia und trinkt dabei Palinka.

[27. Juli, 09:00 Uhr, LYDIAS ZELT. Friedi erfreut Richard Ott zum Aufstehen mit einem kleinen Musikprogramm, das auch Friedis Zeltmitbewohner Jacob und deren Nachbar Friedo ertragen müssen.]

Friedi: Richard, soll ich dir ein Aufsteh-Lied singen?
Richard: Ja, bitte was von Helge Schneider.
Friedi: (singt) Mariuhaana is ni gutt, Mariuhaaaana is ni gutt…
Friedo: Du kriegst glei auf die Fresse!
Friedi: Noch eins?
Richard: Dann wünsch ich mir „Take me tonight“ von Alexander Klaws.
Friedi: Wie geht denn das?
Richard: (singt) Take me tonight,
everything is possible…

Friedi: … I take my chance… ähhh…
Jakob: …the world is beautiful. - Okay, ich mach dann schon mal das Zelt zu, du kannst heut nacht draußen schlafen.

[27. Juli, 09:05 Uhr, LYDIAS ZELT. Um Richard Ott wirklich wach zu bekommen, erzählt Friedi noch Details aus der letzten Nacht, die nun wirklich niemand wissen will.]

Friedi: Ich hab gestern nacht übrigens das Feuer ausgepinkelt.

[27. Juli, 13:00 Uhr, SANKT-ANNA-SEE. Bei Alex weckt die Seestimmung Kindheitserinnerungen.]

Alex: Wie sagte mein Bruder immer: „Ich geh ins Wasser - ich muss schiffen.“

[27. Juli, 13:16 Uhr, SANKT-ANNA-SEE. Margret erheitert Alex mit ihren Sorgen um die Sicherheit.]

Margret: Hier sind schon echt viele Leute ertrunken, erst letzte Woche wieder.
Alex: (lacht) Na klar, das hier ist das kleine Bermuda-Dreieck.

[27. Juli, 14:30 Uhr, SANKT-ANNA-SEE. Annas beste Freundin verliert nach 2 Stunden See-Gesprächen langsam die Konzentration.]

Katharina: Anna, bist du eigentlich in den See gesprungen oder hast du dich rein laufen lassen?

[27. Juli, 15:30 Uhr, GRUPPENZELT. Matt, Anna und die fußlahme Katharina machen Unternehmungspläne für Anfang August.]

Matt: Katharina, geh doch am Dienstag ins Fun Bowl.
Andreas: Dienstag? Dann sind da doch immer die Behinderten…

[27. Juli, 18:00 Uhr, SCHLAMMKUHLE. Hannes hat bei den Schlammringkämpfen hygienische Bedenken.]

Hannes: Wir müssen uns nachher nochmal waschen. In den Tümpel haben Pferde reingeschissen.

[Zur gleichen Zeit sprechen andernorts auch Anna und Katharina ihre Gedanken über das Ringkampfturnier aus.]

Katharina: Ich liebe Schlamm. Wenn hier keine Jungs wären, würd ich mich auch reinlegen.

[Anna weiß offensichtlich schon mehr über die Schlamm-Zusammensetzung und kramt eine freudige Erinnerung hervor.]

Anna: Die beste Gesichtsmaske ist ja Elchkot. Friedi hat die ja mal gegessen. Da war er vier und ich hab ihn dazu überredet. Ich hab gesagt, wenn er das isst, wird er ganz stark und alle Frauen auf der Welt werden ihn lieben. (grinst breit)

[Stanley möchte auch mitkämpfen, hat aber keine passende Ausrüstung. Ilja weiß Rat.]

Ilja: Stan, ich kann dir leider nur meine Spritzpistole anbieten. Die hilft dir beim Schlammcatchen.

[27. Juli, 21:00 Uhr, GRUPPENZELT. Nach dem Seminar „nur für Frauen“ kommen Maja und Anna zu den beiden Go-Spielern Richard Ott und Peter. Die vier erkennen deutlich, wie unterschiedlich Männer und Frauen die Prioritäten in ihrem Leben setzen.]

Maja: Es ist ja total schlimm, dass es fast nur Verhütungsmittel für Frauen gibt.
Peter: Wird die Pille eigentlich von der Krankenkasse bezahlt?
Maja: Nur bis 18. Danach kostet sie 40 Euro im Monat.
Peter: (schockiert) 40 Euro? Das ist ja so viel wie ein Premiere-Bundesliga-Abo!

[28. Juli, 19:00 Uhr, LAGERFEUERPLATZ. Auch bei den Abreisevorbereitungen stößt Frauenrechtlerin Maja wieder auf altes Geschlechterdenken.]

Maja: Wer gräbt morgen eigentlich die Klos wieder zu?
Matt: Na die Frauen müssen ja auch was machen…

[29. Juli, 08:00 Uhr, LYDIAS ZELT. Natürlich wird Richard Ott auch heute mit einem Guten-Morgen-Lied erfreut.]

Friedo: Kennst du „Das Mädchen mit den drei blauen Augen“?
Richard: Nee.
Friedo: Ist von Georg Kreisler. Das hab ich gestern dem Matt vorgesungen, hähä.

[29. Juli, 11:00 Uhr, ZELTPLATZ. Rüdiger offenbart Lydia, warum er sich für die Sozialpädagogik entschieden hat.]

Rüdiger: Ich bin ja selber entwicklungsgestört.

[29.Juli, 18:00 Uhr, SCHLUSSBESPRECHUNG. Rüdiger spricht einige feierliche Worte anlässlich der abgebauten Klohäuschen.]

Rüdiger: Heut gibt's die Gelegenheit, die Klos auch mal von unten zu sehen.
Alex: Das hab ich jeden Tag gesehen. Musste ja prüfen, ob die auch sauber sind.

[29. Juli, 18:30 Uhr, FELDWEG. Anna läuft hektisch zu dem abfahrbereiten und voll besetzten Bus von Peter, der mitten auf dem Feldweg Richtung Turia steht.]

Anna: Fahrt ihr jetzt los oder bleibt ihr noch stehen?
Peter: Ja, hatten wir eigentlich vor.
Anna: Okay, tschüß, dann frag ich den Richard später.


[30. Juli, 23:00 Uhr, BEI KATHARINA ZU HAUSE IN DER KÜCHE. Katharina erzählt ihren Eltern von ihrer Fußverletzung, deren Sorge hält sich aber in Grenzen.]

Katharina: …und die Ärzte haben gesagt, dass ich mich hier in Deutschland nochmal im Krankenhaus untersuchen lassen soll.
Vater: Na, dann kannste ja schon mal loslaufen.

Veröffentlicht am 01.09.05 12:30

Kommentare

wir wollen auch mitfahren!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Hilfe!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Richard will uns nicht mitnehmen-wir sitzen nicht im toten Winkel!!!!!!!!

Von: Lydia Ott!+Kath am 10.09.05 17:25